Friseur, Friseurin, Frisör
www.amh-online.de

Was gilt für Friseurbetriebe?

In Niedersachsen gilt weiterhin die Pflicht zum Tragen medizinischer Masken.

Grundsätzlich müssen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber eine Gefährdungsbeurteilung erstellen, die bei neuen Gefährdungen (z. B. Corona-Pandemie) zu aktualisieren ist.

Darüber hinaus sind die Regelungen der Niedersächsischen Corona-Verordnung zu beachten.

Im Bereich des Arbeitsschutzes trifft die bundesweit geltende SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung des Bundesarbeitsministeriums Regelungen und Vorgaben, die durch den SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) konkretisiert werden.

Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) regeln zwar nicht spezifisch den Arbeitsschutz, legen jedoch wichtige Hygieneregeln fest, die ebenfalls zu berücksichtigen sind.

Niedersächsische Corona-Verordnung

Gemäß der Niedersächsischen Corona-Verordnung dürfen Friseurbetriebe mit entsprechendem Hygienekonzept öffnen. Es muss eine medizinische Maske getragen werden, sofern nicht für die Entgegennahme einer körpernahen Dienstleistung das Gesicht unbedeckt bleiben muss (Bartpflege, Gesichtskosmetik). Die Kontaktdaten sind ebenfalls zu erheben.

Ab Warnstufe 1 oder bei einer mindestens fünftägigen 7-Tages-Inzidenz über 50 und entsprechender Feststellung per Allgemeinverfügung gilt, dass der Zutritt nur nach vollständiger Impfung, Genesung oder mit einem negativen Corona-Test-Nachweis (3G-Regelung) möglich ist. Außerdem müssen die Betreiber*innen eines Friseur- oder Kosmetikstudios die dort dienstleistenden Personen auf Basis eines Testkonzepts mindestens zweimal in der Woche testen, wenn kein Impf- oder Genesenennachweis vorgelegt wird. Das Testkonzept ist auf Verlangen der zuständigen Behörde vorzulegen.

SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung

Die Corona-Arbeitsschutzverordnung enthält – ergänzend zu den bereits bestehenden Arbeitsschutzregelungen – Maßnahmen und Vorgaben, um das Infektionsrisiko am Arbeitsplatz weiter zu verringern.

Insbesondere schreibt die Arbeitsschutzverordnung eine Testangebotspflicht für Unternehmen vor. Demnach müssen alle Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber ihren Beschäftigten, die nicht ausschließlich im Homeoffice arbeiten, mindestens zwei Corona-Tests pro Woche anbieten. 

Allerdings sind diese Testangebote nicht erforderlich, soweit der*die Arbeitgeber*in durch andere geeignete Schutzmaßnahmen einen gleichwertigen Schutz der Beschäftigten sicherstellt oder einen bestehenden gleichwertigen Schutz nachweisen kann. Zum Beispiel können vollständig geimpfte oder genesene Beschäftigte von dem Testangebot ausgenommen werden. Jedoch muss auch hier weiterhin im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung geprüft werden, ob ein Testangebot nicht dennoch sinnvoll ist, etwa aufgrund neu auftretender Mutationen. Vorsorglich sollten sich beim Auftreten von verdächtigen Symptomen auch geimpfte oder genesene Beschäftigte testen lassen. Die Verordnung sieht jedoch kein Auskunftsrecht des*der Arbeitgeber*in über den Impf- oder Genesungsstatus der Beschäftigten vor.

Die Arbeitsschutzverordnung wurde überarbeitet und ist zum 1. Juli 2021 mit geänderten Regelungen in Kraft getreten. Mehr dazu lesen Siehier.

SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk

Der von der BGW erstellte SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard für das Friseurhandwerk ergänzt die Vorgaben des Bundesarbeitsministeriums um branchenspezifische Regelungen. Entsprechend orientiert sich die Beratung und Überwachung der BGW an diesen branchenspezifischen Vorgaben.

 Der Arbeitsschutzstandard wurde an die Neufassung der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung angepasst (Stand 22.07.21).



Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Bitte beachten Sie auch die umfangreichen  FAQs der BGW.

Kund*innen müssen nur dann ein negatives Corona-Testergebnis vorweisen,
  • wenn die Warnstufe 1 oder die Inzidenz von 50 an mindestens fünf Tagen überschritten und jeweils per Allgemeinverfügung festgestellt wurde
  • und die Kund*innen keinen Impf- oder Genesenennachweis vorlegen können.

Inhalt aktualisiert am 26. August 2021

Die aus der Nds. Corona-Verordnung hervorgehende Testpflicht gilt erst ab Warnstufe 1 oder bei einer mindestens fünftägigen 7-Tages-Inzidenz über 50 und entsprechender Feststellung per Allgemeinverfügung und auch nur dann, wenn kein Impf- oder Genesenennachweis vorgelegt wird.
Für die aus der Corona-Arbeitsschutzverordnung hervorgehende Testangebotspflicht gilt:

Testangebote sind nicht erforderlich, soweit der*die Arbeitgeber*in durch andere geeignete Schutzmaßnahmen einen gleichwertigen Schutz der Beschäftigten sicherstellt oder einen bestehenden gleichwertigen Schutz nachweisen kann. Zum Beispiel können vollständig geimpfte oder genesene Beschäftigte von dem Testangebot ausgenommen werden. Jedoch muss auch hier weiterhin im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung geprüft werden, ob ein Testangebot nicht dennoch sinnvoll ist, etwa aufgrund neu auftretender Mutationen. Vorsorglich sollten sich beim Auftreten von verdächtigen Symptomen auch geimpfte oder genesene Beschäftigte testen lassen. Die Verordnung sieht jedoch kein Auskunftsrecht des*der Arbeitgeber*in über den Impf- oder Genesungsstatus der Beschäftigten vor.


Inhalt aktualisiert am 26. August 2021

Die BGW stellt auf ihrerWebsite eine Muster-Gefährdungsbeurteilung als Download bereit, die beispielhaft verschiedene Tätigkeiten, Gefährdungen und Maßnahmen aufführt. Dieses Muster muss auf eine bestehende Gefährdungsbeurteilung aufsetzen und betriebsspezifisch angepasst werden.

Die BGW hat ein überarbeitetes Muster für eine Gefährdungsbeurteilung veröffentlicht (Stand 09.08.2021).

Inhalt aktualisiert am 12. August 2021

Eine Pflicht zum vorherigen Haarewaschen gibt es nicht mehr, da laut BGW die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Übertragungswegen von SARS-CoV-2 darauf hindeuten, dass die Übertragung größtenteils (wahrscheinlich 90%) über Tröpfchen aus den Atemwegen (schwere Tropfen und „Bioaerosole“, sog. Tröpfcheninfektion) stattfindet. Andere Übertragungswege über Oberflächen und Haare (sog. Kontaktinfektionen) können jedoch nicht vollständig ausgeschlossen werden, sodass das Waschen der Haare zu Beginn der Dienstleistung empfohlen wird.

Ausnahmen sind beispielsweise die Haarwäsche vor Haarbehandlungen, nach denen die Haare grundsätzlich gewaschen werden (wie Farbbehandlungen) sowie die Regelungen für Menschen mit Behinderungen.

Inhalt aktualisiert am 1. März 2021

Eine strikte Vorgabe zur Mindestfläche von 10 m² pro Person ist nicht mehr vorgeschrieben. Allerdings müssen betriebsbedingte Kontakte und die gleichzeitige Nutzung von Räumen (auch in Pausenzeiten) durch mehrere Personen auf das notwendige Minimum reduziert bleiben.

Inhalt aktualisiert am 12. August 2021

Zunächst muss das Arbeitszeitgesetz beachtet werden, wonach Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an Sonntagen grundsätzlich nicht beschäftigt werden dürfen (u. U. dürfen Notdienste in einzelnen Branchen eingerichtet werden). Demnach kann der*die Unternehmer*in selbst tätig werden.

Darüber hinaus muss das Niedersächsische Gesetz über Ladenöffnungs- und Verkaufszeiten berücksichtigt werden. Hiernach dürfen Verkaufsstellen sonntags grundsätzlich nicht öffnen. Ein Friseursalon beispielsweise dürfte also keinen reinen Warenverkauf, durchaus aber seine Dienstleistungen mit entsprechendem Zubehörverkauf anbieten.

Auch die in der Baugenehmigung festgeschriebenen Betriebszeiten sind zu beachten und könnten dementsprechend einer Sonntagsöffnung ebenso wie etwaige Beschränkungen im Mietvertrag entgegenstehen.

Um Missverständnisse zu vermeiden, empfiehlt es sich, vorab auf die zuständige Ordnungsbehörde zuzugehen.

Inhalt aktualisiert am 15. Februar 2021